Jan 30

Der Esslinger Halbschwergewichtler Igor Teziev von Fit-Boxing e.V. Esslingen  boxte mit dem Team Baden Württemberg gegen Köszeg/Ungarn und holte sich einen Punktsieg über Lajos Sarkadi (HU). Das Team erreichte einen Gesamtsieg beim internationalen Vergleichskampf gegen die Mannschaft aus Ungarn.


Jan 30

Die vom renomierten DSV-Sportverlag herausgegebene Zeitschrift „Boxsport“ hat in ihrer Ausgabe 01/2011 einen Artikel über Fit-Boxing e.V. Esslingen veröffentlicht…

[Link zum DSV-Sportverlag]


Jan 13

ESSLINGEN: Boxen wird bei Frauen als Fitnesstraining immer beliebter – Manche wollen auch in den Ring steigen

Boxen liegt im Trend. Längst ist der Sport nicht mehr nur Männersache. In Vereinen und Sportstudios tänzeln auch immer mehr Mädchen und Frauen vor Sandsäcken, ziehen Rechte und Linke ab, springen Seil und machen Bauchaufzüge. Im Vordergrund steht weniger der Wettkampf im Ring als das anspruchsvolle Fitness- und Technikprogramm, das ein Boxtraining auszeichnet.

Natalija Grieb ist eine attraktive Frau. Ihre dunklen Haare sind im Nacken zusammengebunden, dunkle Augen schauen konzentriert. Ein kleiner Piercing-Stecker ziert die zarte Nase. Glatte Haut, leicht gebräunt, spannt sich über die Muskeln an den Armen und am Rücken. Grün-weiße Boxhandschuhe lassen die Hände klobig aussehen. Natalija tänzelt vor einem Sandsack. Der linke Arm deckt den Kopf, die Rechte schießt nach vorne, trifft das Übungsgerät, das nach vorne schwingt. Natalija schwitzt. „Das ist sehr anstrengend, das anspruchsvollste Konditionstraining, das ich kenne“, sagt sie, während sie die Boxhandschuhe von den Händen zieht und die Bandagen von den Fingern wickelt. Während der 90 Minuten Boxtraining hat Grieb nicht nur den Sandsack verhauen, sondern auch das Springseil zischen lassen, Crunches und Liegestützen absolviert. Regelmäßig trainiert die junge Frau aus Bad Cannstatt im Sportstudio „Fitness First“ in Esslingen. In dem Fitness-Center im Dick läuft seit kurzem ein Boxcamp, dessen Konzept die deutsche Ex-Box-Weltmeisterin Regina Halmich mit entwickelt hat. Es soll nicht darum gehen, Boxer oder Boxerinnen für Wettkämpfe vorzubereiten. „Vielmehr ergeben Elemente aus dem Boxen ein Ganzkörpertraining in einzelnen Stationen zur Verbesserung der Schnelligkeit, der Muskelkraft und der Ausdauer. Schulter, Arme, Beine, Hände, Rumpf und Kopf arbeiten, wenn Boxer trainieren“, beschreibt Regina Halmich in einem Text zum Start der Boxcamps in Deutschland.

Boxen als Ganzkörpertraining

Dazu gehören die Arbeit am Sandsack, Seilspringen, Schattenboxen, Training zu Schlag- und Ausweichtechniken, Bauchmuskelübungen und Partnertraining mit den Boxhandschuhen – alles ohne Körperberührung. Kompliziert ist das Ganze nicht, allerdings sehr anstrengend und für Untrainierte deshalb nicht geeignet. Also keine Spur von weiblichen Rockys, die mit zugeschwollenen Augen im Ring nach ihrem Liebsten brüllen? Nicht ganz. Schlagen und Treffen sind andernorts durchaus gewollt. „Es gehört dazu, dass es wehtun kann“, sagt Damla Tarhan und fügt hinzu: „Beim Boxen kann ich auch meine ganze Wut rauslassen. Und es macht Spaß, in der Gruppe zu trainieren.“ Damla ist 15 Jahre alt und besucht das Training des Vereins Fit-Boxing des Esslinger Ex-Profis Erik Fuhrmann. Einen Kampf zu bestreiten, steht durchaus auf ihrer Wunschliste, doch da sie eine Zahnspange trägt, muss sie noch ein wenig auf ihren Auftritt im Ring warten. Ulla Silberzahn hat den ersten Kampf bereits hinter sich. Die 17-Jährige bringt bei einer Größe von 1,68 Meter gerade mal 53 Kilo auf die Waage und kämpft somit in der Klasse Leichtgewicht. Das ist kein Nachteil. „Es geht um Schnelligkeit und Koordination“, sagt sie und fügt grinsend hinzu: „Muskelprotze haben es beim Boxen eher schwer.“

Erik Fuhrmann, der Deutscher Vizemeister war, und heute als C-Trainer und Übungsleiter des Deutschen Boxverbands Jungen und Mädchen trainiert, ist von seinen Schülerinnen begeistert. In der Sporthalle der Pliensauschule findet zweimal in der Woche das Fit-Boxing -Training statt. Mittlerweile sind es mehr als zehn Mädchen, die regelmäßig mittrainieren. Wenn sie, wie die 14-jährige Ayca Sahin, gegen seine Pratzen – so heißen die Schlagpolster-Handschuhe – hämmern, dann sieht er: „Es macht die Mädchen selbstbewusst, sie lernen, sich zu wehren und sich durchzusetzen.“

Bei so mancher der jungen Frauen liegt das Boxen in der Familie. „Mein Opa war Baden-Württembergischer Meister“, erzählt die 19-jährige Julia Trugenberger aus Esslingen. In Damla Tarhans Familie boxen Vater, Onkel und die Cousins. Da mag es Ulla Silberzahn schwerer gehabt haben. Sie ging jahrelang ins Ballett, bis sie Probleme mit der Wirbelsäule bekam und den Sport wechselte – zum Boxen. „Die Eltern waren sehr skeptisch. Aber dann hat meine Begeisterung sie überzeugt.“ Freunde und Kumpels schauen zuweilen ungläubig, wenn sie vom Sport der zierlichen Gymnasiastin erfahren. „Die meisten Jungs finden es dann aber doch ziemlich cool“, berichtet Ulla, die es sich ohne Boxen gar nicht mehr vorstellen mag. Offenbar reagieren nicht alle Männer so. Natalija Grieb grinst, wenn sie sich an Trainingseinheiten erinnert, die bodybuilding-gestählte Kerle abbrechen mussten, weil ihre Schultermuskeln mit Schmerzen auf das ungewohnte Hochhalten der Arme reagierten. Grieb macht dann für gewöhnlich weiter und gibt dem ächzenden Mann auch noch Tipps: „Konzentriere dich auf den Schwung und nicht auf den Schmerz.“

Frauen-Boxen ab 2012 olympisch

Auch Blanca Martinez, die vor Jahren die erste Frau in der Box-Workout-Gruppe war, konnte mit ihrer Ausdauer immer gut bei den Männern mithalten. Das fand nicht nur Anerkennung. „Für Machos ist es nicht einfach, das zu akzeptieren.“ Boxen ist seit 1995 offiziell als Wettkampf-Sport für Frauen zugelassen. Wie die Mitgliederstatistik des Deutschen Sportbunds zeigt, waren Frauen schon immer Mitglieder bei den Vereinen des Deutschen Boxverbands (DBV). „Sie haben sich an den Trainingsprogrammen der Boxer beteiligt, ohne jedoch im Wettkampfwesen eingebunden zu sein“, sagt Alexander Mazur, Pressereferent des DBV. Die ersten Deutschen Meisterschaften fanden 2003 statt, 2012 in London ist Frauen-Boxen erstmals als olympische Disziplin am Start.

[Artikel aus der Esslinger Zeitung vom 13.01.2011]
http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel653507.cfm